Renovierungsprojekt: Interview mit Familie Link

In den letzten Monaten wurde in der Martin-Luther-Straße 39 auf beiden Stockwerken in allen fünf Wohnungen in jedem Zimmer gewerkelt. Erst gestrichen und Böden gelegt, dann Bäder renoviert und Küchen eingebaut und schließlich Möbel organisiert und aufgebaut.
Es gibt eine Familie, die kennt in der Martin-Luther-Straße 39 jedes Zimmer ganz genau. Sogar jede Wand, jeden Boden, jede Tür und jede einzelne Treppenstufe. Karin und Christoph Link haben – kräftig unterstützt durch ihre Söhne Manuel (9), Florian (4) und Oliver (2) – im letzten halben Jahr ungezählte Stunden damit verbracht, mit möglichst wenig Kosten „alt“ und „verwohnt“ in „neu“ und „bewohnbar“ zu verwandeln.

Wir haben uns mit ihnen darüber unterhalten.

Saatkorn: Ihr habt in den letzten Monaten viel Zeit in der Martin-Luther-Str. 39 verbracht. Wie kam es dazu?

Karin: Wir haben vor einigen Jahren unser eigenes Haus in Eigenleistung renoviert und dabei viel Erfahrung gesammelt, wie man auch mit wenig Geld einen sauberen, ordentlichen Grundstandard hinbekommt. Das Saatkorn Projekt beobachten wir schon eine ganze Weile und als dieses Haus angemietet werden konnte, haben wir die Unterstützung bei der Renovierung zu unserem „Familienehrenamt“ erklärt.

Manuel: Ich will, dass es den Flüchtlingen gut geht und die auch ein Dach über dem Kopf haben.

Saatkorn: Was genau habt ihr gemacht?

Manuel: Wir haben Container gefüllt, Boden weg gemacht und neuen hingemacht. Den alten Boden haben wir vom Balkon geschmissen, das fand ich cool. Wir haben Lampen angebracht, Schlüssel im Haus verteilt, mit dem Bohrhammer Fliesen weggemacht – das war sehr schwer und anstrengend. Und viele Kekse gegessen.

Florian: Wir haben geputzt, Holz getragen, ich und Papa haben eine Waschmaschine angeschlossen.

Saatkorn: Ihr habt so einen intensiven Einblick in die Arbeit des Saatkorn Projekts bekommen. Was gefällt euch, was findet ihr herausfordernd?

Christoph: Wir finden es super, die jungen Männer in ihrer schwierigen Phase in Deutschland intensiv zu unterstützen. Dabei können wir ihnen den christlichen Glauben praktisch vorleben. Wir können von dem Vielen, was wir haben, etwas abgeben. Uns geht es ja so gut.

Karin: Auf diese Weise kennen wir auch das Thema „Flüchtlinge“ nicht nur aus den Nachrichten, sondern haben selber Berührungspunkte und bekommen die Herausforderungen mit, vor denen sie oft stehen.
Wir haben auch mitbekommen, dass das Saatkorn Projekt sich ja selber erfunden hat und alle Strukturen und Abläufe erst aufgebaut werden müssen.
Das finden wir herausfordernd.

Saatkorn: Vielen Dank für euren tollen Einsatz und für dieses Gespräch!