Ausbildung im Kornhaus

Von Anfang an war ein Ziel des Kornhauses, Migranten dort sichere Arbeitsplätze anbieten zu können, anhand derer sie ihr eigenes Geld verdienen und so von staatlicher Versorgung unabhängig werden könnten. Diesen Gedanken haben wir immer im Hinterkopf behalten – zumal uns Folgendes längst aufgefallen ist: Wenn die Saatkorn-Teilnehmer ihren Schulabschluss in der Tasche haben, finden sie erfreulicherweise in der Regel einen Ausbildungsplatz. Meist ist ihr Alltag dann so gefüllt, dass sie nicht mehr regelmäßig im Kornhaus helfen können. Bis dahin waren sie jedoch sehr gut eingearbeitet und hinterlassen regelmäßig echte Lücken.
Anfang des Jahres nahmen wir deshalb unverbindlichen Kontakt zur IHK auf. Diese bewertete unsere Ausbildungs-Voraussetzungen und kam für uns überraschend eindeutig zu dem Schluss, dass das Kornhaus als Ausbildungsplatz durchaus zu vertreten ist. Im Mai wurden wir als Ausbildungsort anerkannt. Indem wir selber ausbilden, können wir nun also einzelnen Teilnehmern einen anerkannten Berufsabschluss verleihen. Außerdem bleiben sie als wertvolle Mitarbeiter etwas länger als die üblichen zwei Jahre bei uns. Und sie haben die Chance, länger bei uns zu wohnen und vom Zusammenleben in den WGs und der Betreuung zu profitieren. So haben wir eine echte win-win-Situation, für die wir sehr dankbar sind.
Am 1. September startet Y., unser erster Auszubildender, seine Ausbildung als Fachkraft im Gastgewerbe. Seine Ausbilderin wird Friedburg Taut, die auch den Bereich Café im Kornhaus leitet und zurzeit ihre Weiterbildung zur Ausbilderin absolviert.