Mahir Ghalioun arbeitet seit Dezember 2016 als Integrationsbegleiter beim Saatkorn Projekt. Damit ist er einer der Mitarbeiter der ersten Stunde und hat alle Entwicklungen der Saatkorn-Jahre hautnah mitbekommen und selber auch mitgestaltet. Ohne ihn wäre Saatkorn nicht Saatkorn. Durch seine eigene Flucht nach Deutschland vor mehr als 20 Jahren hat er einen ganz besonderen Zugang zu unseren Teilnehmern und versteht häufig besser und schneller als die deutschen MitarbeiterInnen, was sie meinen und brauchen. Nicht selten erklärt er den Teilnehmern, was die Deutschen jetzt schon wieder meinen oder wollen, und den deutschen MitarbeiterInnen, warum die Teilnehmer dieses oder jenes sagen oder tun oder eben nicht sagen oder tun. 

Wir haben Mahir einige Fragen gestellt:

Saatkorn: Wie sieht dein Alltag bei Saatkorn aus?

An Tagen mit Nudelproduktion bin ich eigentlich den ganzen Tag im Kornhaus, bis unser Trockenschrank bis oben voll mit frisch produzierten Nudeln ist. Auch an den anderen Tagen verbringe ich viel Zeit im Kornhaus. Von ca. 8.00-11.00 Uhr wird der Tag vorbereitet und Einkäufe erledigt. Wenn es aktuelle Anliegen von Teilnehmern gibt, erledige ich die auch in dieser Zeit. Um 11.00 Uhr öffnet das Kornhaus. Dann bin ich vor allem während der Mittagszeit dort und schaue bis ca. 14.00 Uhr in der Küche nach dem Rechten. In der Zeit haben die Aufgaben im Kornhaus Priorität, weil sie nicht warten können. Alles, was warten kann, wird dann nach 14.00 Uhr bis zum Feierabend erledigt. 

Die Zusammenarbeit mit den Kollegen ist gut. Inzwischen wissen wir ungefähr, wann im Jahr mehr oder weniger zu tun ist. So ist es für uns keine Überraschung mehr, dass es vor Weihnachten mehr zu tun gibt, und wir planen uns das ein.

Vor allem im Kornhaus arbeite ich die ganze Zeit mit unseren Teilnehmern zusammen. So verbringen wir sehr viel Zeit zusammen. Immer wieder ergeben sich gute Gespräche und es können wichtige Fragen beantwortet werden. Teilweise werden Themen auch nach der Arbeit fortgesetzt.

Saatkorn: Warum arbeitest du auch nach 4 1/2 Jahren immer noch bei Saatkorn? Was motiviert dich immer noch?  

Ich komme jeden Tag sehr gerne zur Arbeit. Die Arbeit gefällt mir und macht mir viel Spaß. Ich bin in meiner Arbeit sehr flexibel und habe viel Freiheit, sie zu gestalten. Ich kann vieles selber organisieren. Ich bin froh zu sehen, dass wir die Teilnehmer aufnehmen und ihnen helfen können. Wir können ihnen sehr viele wichtige Dinge geben und vermitteln. Mir macht es auch viel Spaß, ihnen meinen Glauben weiterzugeben.   

Saatkorn: Was hat sich in den Jahren am auffälligsten verändert?

Am Anfang mussten wir vieles erstmal ausprobieren und hatten eigentlich selber keine Ahnung. Mit den Jahren haben wir viele Erfahrungen gesammelt und sind in allen Bereichen besser geworden. Und wir haben das große Haus gemietet, was uns viele neue Möglichkeiten gegeben hat.

Saatkorn: Was wünschst du Saatkorn?

Dass wir so weiter machen. Wir versuchen immer aktuell zu sein. Wenn wir einen Verbesserungsbedarf sehen, dann versuchen wir, diesen so bald wie möglich umzusetzen. Das finde ich sehr gut.   

Saatkorn: Vielen Dank für das Gespräch! Wir wünschen dir viel Erfolg für deine Pläne.