Liebe Freunde und Förderer des Saatkorn Projekts

Jul 29, 2022 | Saatkorn-Projekt

„Richte unsere Füße auf den Weg des Friedens“  (Lukas 1,68-69)

Liebe Freunde und Förderer des Saatkorn Projekts,

Martin Luther King sagte: „Wir haben gelernt, die Luft zu durchfliegen wie die Vögel und das Meer zu durchschwimmen wie die Fische, aber nicht die einfache Kunst, als Brüder zusammen zu leben.“

Können wir das Wagnis eingehen, einander trotz unterschiedlichster kultureller Prägung in Frieden zu begegnen? Erst in der persönlichen Begegnung kann sich die gegenseitige Annahme und das Verständnis füreinander entwickeln. Dadurch kann jeder von uns ein Friedensbote werden. 

In meinem Heimatland haben Christen mir von der Liebe Jesu erzählt, wofür ich bis heute sehr dankbar bin. Auch hier in Deutschland begegneten mir Christen mit Offenheit, was mir half, mich in den Prozess der Integration einbinden zu lassen. Trotz der Unterschiede und Prägungen können wir uns in Jesus Christus begegnen und eine Einheit und Gemeinschaft erfahren, die bereichert, ermutigt und trägt. 

Durch Begegnungen mit Menschen, die an Jesus Christus glauben, erkannte ich, dass Gott sich mir persönlich zuwendet. Gott spricht uns an, will uns begegnen, wendet sich uns zu. Er bringt – durch sich selbst – den Frieden. Dieser Frieden ist von unschätzbarem Wert, besonders in dieser Zeit, in der wir täglich von Kriegshandlungen in der Ukraine, Syrien, Irak und in vielen anderen Ländern hören.  

Der Messias wird „denen erscheinen, die in Finsternis und Todesschatten sitzen, und unsere Füße auf den Weg des Friedens lenken“ (Lukas1,79).

In innerem Unfrieden und Finsternis zu leben, das ist schrecklich, denn wir sind fern von Gott. Jesus ruft uns aus unserer Finsternis ins Licht. Er selbst ist dieses Licht, und in der Nähe von Jesus sein heißt, im Licht zu sein. Dies löst in uns einen heilsamen Zustand der Stille und Ruhe aus, eine Geborgenheit in Gott. Aus innerem Frieden erwächst auch äußerer Friede, der uns friedliche Begegnungen ermöglicht und unser Zusammenleben stärkt.

Um im Frieden leben zu können, fliehen viele aus ihren Heimatländern. In Deutschland sehen sie eine Perspektive. Wir werden zur Begegnung aufgefordert. Wage ich es, mutig auf den mir noch Fremden zuzugehen, Kontakt zu knüpfen, ihn vielleicht sogar zu mir nach Hause einzuladen? Wo keine Begegnung stattfindet, entsteht oder bleibt – oft aufgrund von Angst – Entfremdung. 

Kommen wir der Aufforderung des friedlichen Miteinanders nach? Sind wir bereit für einen Frieden, der unser Verstehen übersteigt, nicht aber von uns allein getragen werden muss? 

Nicht wir sorgen für Frieden, sondern allein Gott. 

Das Saatkorn Projekt setzt mit seiner Vision und Leidenschaft auf ein friedvolles Miteinander, gestaltet damit ein Paradigma: es ist möglich, interkulturell miteinander unterwegs zu sein, mit- und voneinander zu lernen und gemeinsam das Leben und die Arbeitswelt zu gestalten. Schlüssel dafür sind die Hingabe und Überzeugung aller Mitarbeiter im Projekt. Sie haben sich nicht entmutigen lassen von den vielen Hürden und Herausforderungen. Damit leisten sie einen entscheidenden Beitrag zur Friedensstiftung in unserem Land und in unserer Gesellschaft. Dafür und für die jahrelange, gute und wertvolle Zusammenarbeit sage ich von Herzen DANKE und wünsche dem Projekt weiterhin viel Erfolg und dass es zum Wegweiser und Leuchtturm für viele Menschen wird. 

Bitte schließen Sie alle Mitarbeiter und Teilnehmer in Ihr Gebet mit ein, insbesondere die, die in ihrem Heimatland Gewalt und Ablehnung erfuhren, dass sie sich angenommen fühlen und innerlich hier ankommen können, um den Shalom Gottes zu erfahren.

Darum bitten wir Gott heute: „Richte unsere Füße auf den Weg des Friedens“. In dieser Bitte und in dem Auftrag, für den Frieden in unserem Herzen einzustehen, bleiben wir zutiefst verbunden.

Ihr 

Yassir Eric

(Ehrenvorstand Saatkorn Projekt e.V., Gründungsmitglied und Visionsgeber, Leiter Europäisches Institut für Migration, Integration und Islamthemen)