Saatkorn-Alltag 2022

Dez 7, 2022 | Infos aus den Wohngemeinschaften

1x pro Woche Hilfeplan-Gespräch mit einem Teilnehmer

Gemeinsames Überlegen und Recherchieren im Saatkorn Büro

Wie bisher jedes Jahr im August/September erleben wir auch in diesem Herbst in den Wohngemeinschaften ein reges Kommen und Gehen. Teilnehmer, die 2-3 Jahre bei uns mitgelebt haben, verspüren den gesunden Drang, sich zu verselbständigen, und ziehen aus. Das ist ja gut und gewollt so und trotzdem für beide Seiten auch ein schmerzhafter und manchmal schwieriger Schritt. Zu fast allen bleibt ein enger Kontakt bestehen. Denn in den gemeinsamen Jahren sind während der Betreuung im „warmen Nest“ Saatkorn intensive Beziehungen gewachsen. So stehen wir auch unseren ehemaligen Teilnehmern weiter mit Rat und Tat zur Seite.

Im September und Oktober sind die Neuen eingezogen oder warten noch auf die behördliche Erlaubnis, zu uns umziehen zu dürfen. Mit dabei ist auch ein Afrikaner, der in der Ukraine studiert hatte und den der Krieg nun nach Deutschland verschlagen hat. Er ist froh, bei uns gelandet zu sein, und kann via Online-Vorlesungen Stück für Stück sein Studium wieder aufnehmen.

So bilden sich in unseren Wohngemeinschaften anhand der bei uns lebenden Nationalitäten auch immer die Krisenherde dieser Welt ab. Wir erfahren aus erster Hand, welches Leid damit zusammenhängt und wie sehr es das einzelne Leben betrifft und oft sehr mühsam macht. Zudem ist kein Leben wie ein anderes. In unseren Hilfeplan-Gesprächen hören wir zu, leiden mit und versuchen, guten Rat zu geben. Wir suchen und recherchieren oft nach Kräften, um gute Wege zu finden, die unseren Teilnehmern helfen vorwärtszukommen. 

Nach wie vor sind wir tief überzeugt von der Wichtigkeit unserer Arbeit, die das große Anliegen hat, die Schwere in den einzelnen Leben wenigstens zu lindern und unseren Teilnehmern zu helfen, eine Basis für ein gelingendes Leben zu bauen. Wir sind sehr glücklich, dass viele unserer ehemaligen Teilnehmer inzwischen in Deutschland Fuß gefasst haben, finanziell vom Staat unabhängig sind und sich ein eigenständiges Leben aufbauen konnten.